
Am 17. April 2024 beginnt in Berlin die Brunnensaison. An diesem Gründonnerstag werden die Berliner Wasserbetriebe (BWB) offiziell die über 200 Zierbrunnen in Betrieb nehmen, die von April bis Oktober für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Mit insgesamt 234 Zierbrunnen und 187 funktionstüchtigen Exemplaren spielt diese städtische Attraktion eine bedeutende Rolle im Stadtbild und der Lebensqualität der Berliner. Vertreter der BWB betonen, dass einige der Brunnen wie der Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain besonders bekannt und beliebt sind.
In Berlin, wo die Verantwortung für die Brunnen auf neun von zwölf Bezirken verteilt ist, stehen die kommenden Jahre im Zeichen von Sanierung und Instandhaltung. Die vollständige Übertragung der Verantwortung auf die restlichen drei Bezirke soll bis 2028 erfolgen. Dabei zeigt sich ein großes Spannungsfeld bezüglich der finanziellen Mittel, die den einzelnen Bezirken zur Verfügung stehen.
Finanzielle Ausgaben der Bezirke für Brunnen
Jeder Bezirk stellt unterschiedliche Budgets für die Instandhaltung und den Betrieb der Brunnen bereit. So hat der Bezirk Mitte alle 38 Brunnen in Betrieb und investierte im letzten Jahr 70.000 Euro in die bauliche Unterhaltung. Im Gegensatz dazu hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nur 17 von 26 Brunnen aktiv, jedoch mit einem Budget von 300.000 Euro für die Instandhaltung ausgestattet.
- Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf: 429.608,88 Euro (höchste Ausgaben)
- Bezirk Pankow: 242.800 Euro für Brunnenbewirtschaftung und 68.154 Euro für bauliche Unterhaltung
- Bezirk Treptow-Köpenick: 83.000 Euro für bauliche Unterhaltung, 166.000 Euro für technische Instandhaltung
- Bezirk Neukölln: 138.053 Euro (nur 6 von 13 Brunnen funktionsfähig)
- Bezirk Marzahn-Hellersdorf: 141.195 Euro (Brunnen erst im Mai in Betrieb)
Besonders angespannt ist die Situation in Neukölln, wo der Fritz-Reuter-Brunnen seit mehreren Jahren außer Betrieb ist. Darüber hinaus sind weitere Brunnen, wie der Schwebende Ring am Strausberger Platz, sanierungsbedürftig und werden bis 2027 nicht in Betrieb genommen. Ein Lichtblick ist der denkmalgeschützte Löwenbrunnen in Treptow-Köpenick, der trotz geplanter Umgestaltungen erhalten bleibt.
Trinkbrunnen als Teil der Lebensqualität
Die Zahl der Trinkbrunnen in Berlin wächst kontinuierlich. Es gibt aktuell mehr als 215 Trinkbrunnen, die nicht nur die Stadt verschönern, sondern auch zur Lebensqualität im öffentlichen Raum beitragen. Diese Brunnen wurden in den 1980er Jahren eingeführt und dienen an vielen neuralgischen Punkten als wichtige Erfrischungs- und Versorgungsstationen.
Die Installation von Trinkbrunnen gestaltet sich jedoch oft schwierig, insbesondere in Parks, wo die erforderlichen Anschlussmöglichkeiten an Trinkwasser und Abwasser fehlen können. Ein einzigartiges Beprobungs- und Wartungssystem sorgt dafür, dass die Trinkwasserqualität stets gewährleistet bleibt. Das Team der BWB, bestehend aus 20 bis 25 engagierten Mitarbeitern, arbeitet kontinuierlich daran, die Brunnen instand zu halten und die öffentliche Wasserqualität sicherzustellen.
Der Sommer 2023 hat gezeigt, dass die rechtzeitige Inbetriebnahme der Brunnen bei der Bevölkerung gut ankommt. Die Brunnensaison ist nicht nur eine Zeit der Erfrischung, sondern auch ein kulturelles und sozial verbindendes Element, das in der Stadt fest verankert ist.