
Der Tempelhofer Damm in Berlin wird derzeit zum Schauplatz eines erbitterten Streits zwischen Bürgern, Umweltschützern und der Politik. Die geplanten Straßenarbeiten, die eine umfassende Sanierung des U6-Tunnels sowie den Austausch von Wasserrohren umfassen, stehen im Mittelpunkt der Diskussion. Der Berliner Senat hat kurzfristig seine Pläne geändert und erklärt, dass etwa 60 Bäume gefällt werden müssen, um die Arbeiten durchzuführen. Dies geschieht entgegen vorheriger Zusagen, die den Erhalt der Bäume vorsahen, und weckt den Widerstand zahlreicher Anwohner und Umweltverbände. Diese kritisieren die Fällung als überflüssig und umweltschädlich.
Der Tempelhofer Damm, der sich zwischen dem Platz der Luftbrücke und der Borussiastraße erstreckt, ist mit einem 2,2 Kilometer langen Mittelstreifen begrünt. Laut Baumkataster sind die betroffenen Bäume bis zu 60 Jahre alt. Diese Fällentscheidung steht im Widerspruch zu einem überarbeiteten Bauplan aus dem März 2024, der darlegte, dass die Bäume erhalten bleiben sollten, um ihre ökologischen Vorzüge zu sichern. Der Umweltverband BUND Berlin hat bereits auf die Bedeutung dieser großen Bäume hingewiesen und kritisiert den Schritt vehement. Nachgepflanzte Bäume benötigen jahrzehntelang, um ähnliche Funktionen zu übernehmen, und junge Bäume sind anfälliger für Trockenperioden.
Sanierungsbedarf und Bürgerproteste
Die Notwendigkeit der Sanierungsarbeiten wird von niemandem bestritten. Die Straßen und Fahrbahnen am Tempelhofer Damm wurden seit den 1950er Jahren nicht mehr erweitert. Um den Verkehrsfluss angesichts der anstehenden Sanierung zu verbessern, plant der Senat, die Fahrbahnen zu verbreitern. Dies erfordert die Fällung von bis zu 160 Bäumen, die zwischen 20 und 50 Jahren alt sind. Die Bürgerinitiative „futur:ista“, unterstützt von Umweltschützern und dem Fahrradaktivisten Heinrich Strößenreuther, hat sich gegründet, um gegen diese Maßnahmen zu protestieren.
DieInitiative fordert, dass die Bäume erhalten bleiben, da deren Abholzung gesundheitliche Belastungen für über 620 Anwohner verursachen könnte. „Wir wollen nicht, dass diese wunderschönen Bäume weichen“, sagte ein Sprecher der Initiative. Der BUND Berlin hat ähnliche Bedenken geäußert und fordert, dass die Senatsverwaltung alternative Lösungen zur Durchführung der Arbeiten in Erwägung zieht.
Politische Hintergründe
Die Bezirksstadträtin Saskia Ellenbeck von den Grünen hat bereits angekündigt, die Genehmigung zum Fällen der Bäume zu verweigern. Verkehrs-Staatssekretär Johannes Wieczorek von der CDU begründet die Fällung mit einer „besseren Ökobilanz und mehr Flexibilität in der Baustellenlogistik“. Kritiker vermuten allerdings einen politischen Richtungswechsel innerhalb der neuen CDU-geführten Mobilitätsverwaltung, der sich negativ auf die grünen Räume Berlins auswirkt.
Bemerkenswert ist der Vergleich des Falls am Tempelhofer Damm mit einem ähnlichen Vorfall in Kreuzberg, wo 18 Bäume für die Instandsetzung des U7-Tunnels gefällt wurden. Dieser Präzedenzfall legt nahe, dass die Fällung von Bäumen immer wahrscheinlicher wird, wenn es um zwischenzeitliche fiskalische Ersparnisse und infrastrukturelle Verbesserungen geht. Die Auswirkungen auf die Umwelt und die Bürger scheinen dabei in den Hintergrund zu geraten.
Die Abrissarbeiten sind für den Winter 2025/26 vorgesehen. Die Situation spitzt sich weiter zu, und die nächsten Wochen könnten entscheidend dafür sein, ob die Bäume im Tempelhofer Damm tatsächlich gefällt werden oder ob sich der Widerstand der Bürger und Umweltschützer Gehör verschaffen kann.
[Bild] berichtet, dass die Bäume nur gefällt werden, um Platz für eine provisorische Fahrbahn zu schaffen, was von den Bürgerinitiativen als irreführend empfunden wird. Der Druck auf die Politiker wächst, die Fällentscheidung zu revidieren und an den Versprechen zum Schutz des grünen Stadtbildes festzuhalten.
[Entwicklungsstadt] hebt hervor, dass die Fällung der Bäume nicht nur den ästhetischen Wert des Gebiets beeinträchtigt, sondern auch die Lebensqualität der Anwohner gefährdet. Die bevorstehenden Entscheidungen werden nicht nur Auswirkungen auf die Umwelt haben, sondern auch auf die zwischenmenschlichen Beziehungen in der Nachbarschaft, die durch den Konflikt belastet sind.
Wir werden die Entwicklungen weiter verfolgen.