Tempelhof-Schöneberg

Der vergessene Schwerbelastungskörper: Relikt der Nazi-Architektur in Berlin

Der Schwerbelastungskörper in Berlin ist ein markantes Überbleibsel aus der Zeit des Nationalsozialismus und hat seine Ursprünge in den ambitionierten Stadtplanungsprojekten, die unter der Leitung von Albert Speer, dem Hauptarchitekten Adolf Hitlers, entworfen wurden. Dieser massive Betonzylinder, der zwischen 1941 und 1942 erbaut wurde, sollte ursprünglich als Grundlage für den Bau eines monumentalen Triumphbogens dienen, der nach Vorstellung der Nationalsozialisten dreimal so hoch wie der Arc de Triomphe in Paris werden sollte. Die Idee war, Berlin in eine repräsentative Hauptstadt des „Dritten Reichs“ zu transformieren. Laut berlin.de verbanden sich mit dem Projekt die Visionen eines umfangreichen Stadtumbaus, der eine Ost-West- und eine Nord-Süd-Achse integrieren sollte.

Der Schwerbelastungskörper steht an der Kreuzung von Dudenstraße, General-Pape-Straße und Loewenhardtdamm. Mit einem Durchmesser von 21 Metern und einer Höhe von 14 Metern wiegt der Zylinder 12.650 Tonnen und steht auf einem massiven Fundament, das 11 Meter im Durchmesser misst und 18,2 Meter tief ist. Seine Kosten beliefen sich auf etwa 400.000 Reichsmark, was heutigen Schätzungen zufolge rund 1,69 Millionen Euro entspricht. Der Zweck des Zylinders war es, die Tragfähigkeit des Bodens für die geplanten Bauwerke zu überprüfen, indem die Bodenabsenkung gemessen wurde, die durch sein enormes Gewicht verursacht wurde. Diese Messungen wurden allerdings 1944 eingestellt, als der Zweite Weltkrieg den Bau der Großprojekte abrupt stoppte, so berichtet Wikipedia.

Ein Zeugnis nationalsozialistischer Architektur

Der Schwerbelastungskörper ist eines der wenigen erhaltenen Relikte von Hitlers Plänen zur Umgestaltung Berlins. Diese Pläne waren von einer architektonischen Ideologie durchzogen, die klassische Stile und völkische Emblematik bevorzugte und moderne Einflüsse strikt ablehnte. Albert Speer spielte eine zentrale Rolle in dieser Zeit, entwarf auch andere bedeutende Gebäude, wie das Olympiastadion und die Messehalle am Funkturm, die beide starke Propagandawirkung für das nationalsozialistische Regime hatten, wie TIP Berlin feststellt.

Nach dem Krieg musste der Schwerbelastungskörper dennoch viele Herausforderungen überstehen. Eine Entfernung des massiven Betonzylinders wurde trotz Überlegungen nie verwirklicht, da seine Masse in Kombination mit der Nähe zu Bahngleisen und Wohngebäuden eine ernsthafte Gefahr darstellte. Bis 1977 diente er der Technischen Universität Berlin als Forschungsobjekt zur geologischen Untersuchung des Stadtbodens. Seit 1995 steht der Schwerbelastungskörper unter Denkmalschutz und ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Geführte Touren bieten Einblicke in seine Geschichte und Bedeutung, wobei die nächste kostenlose Führung im benachbarten SA-Gefängnis Papestraße am ersten Sonntag des Monats um 13 Uhr stattfindet.

Statistische Auswertung

Beste Referenz
berlin.de
Weitere Infos
en.wikipedia.org
Mehr dazu
tip-berlin.de

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