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Berlin plant: Hundeführerschein ersetzt Rasseliste für gefährliche Hunde!

Der Berliner Senat hat in einer wegweisenden Entscheidung den Entwurf für ein neues Hundegesetz vorgestellt. Am 2. April 2025 wurde bekannt, dass die lang umstrittene Liste gefährlicher Hunderassen abgeschafft werden soll. Stattdessen plant man die Einführung eines Hundeführerscheins, der möglicherweise eine Kombination aus einem Wesenstest sowie Theorie- und Praxisprüfungen für Hundehaltende beinhalten wird. Diese Maßnahme soll dazu beitragen, die Verantwortung der Hundehalter zu steigern und die Sicherheit im Umgang mit Hunden zu fördern. Derzeit sind in Berlin Rassen wie Pit-Bulls, American Staffordshire Terrier und Bullterrier als gefährlich eingestuft, gemäß der „Gefährliche-Hunde-Verordnung“ von 2016. Halter dieser Rassen haben zahlreiche Auflagen zu erfüllen, darunter die Vorlage eines Führungszeugnisses und einer Haftpflichtversicherung, sowie die Vorführung des Tieres bei den Behörden, wie [rbb24] berichtet.

Experten fordern jedoch immer wieder die Abschaffung der Rasseliste, da sie als diskriminierend und nicht mehr zeitgemäß gilt. Kritiker betonen, dass es keine wissenschaftlichen Nachweise für eine genetische Aggressivität spezifischer Rassen gibt. Stattdessen zeigt die Berliner Beiß-Statistik, dass häufigere Vorfälle auch mit Dackeln und Schäferhunden in Verbindung stehen. Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD sieht nun eine Reform der Regelungen vor, die in Brandenburg bereits umgesetzt wurde, wo die Einstufung von Hunden als gefährlich aufgrund von Rasse abgeschafft wurde.

Neues gesetzliches Regelwerk

Ein zentraler Punkt des neuen Gesetzes ist die Regelung zur Leinenpflicht. Fortan müssen alle Hunde außerhalb der Wohnungen an die Leine, unabhängig von Rasse und Aufenthaltsort. Freilauf ist nur in dafür vorgesehenen Hundeauslaufgebieten gestattet. Für Halter, die einen Hundeführerschein bei zertifizierten Prüfern ablegen oder nachweislich seit mindestens drei Jahren ohne Gefahrensituationen einen Hund gehalten haben, wird es eine Möglichkeit geben, von der Leinenpflicht befreit zu werden.

Der Entwurf, präsentiert von Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) im Rahmen des sogenannten „Bello-Dialogs“, sieht auch Regelungen für die Haltung sogenannter gefährlicher Rassen vor. Diese Hunde müssen einen Hundeführerschein sowie ein Führungszeugnis vorlegen. Zudem gilt eine Maulkorbpflicht, und Zucht sowie Handel dieser Rassen werden untersagt. Ein zentrales Melderegister für gefährliche Hunde wird eingerichtet, das sowohl Rasse, Chipnummer als auch Halterdaten erfasst. Auch Meldungen von Bissvorfällen sind Teil dieses Registers, das die Grundlage für zukünftige statistische Auswertungen bilden soll, wie [Berlin.de] ausführlich darlegt.

Änderungen und Herausforderungen

Die neuen Regelungen werden von verschiedenen Seiten diskutiert. Während einige Hundeschulen den Hundeführerschein unterstützen, um Halter besser zu schulen, gibt es auch kritische Stimmen. Die Polizei bemängelt, dass die Anzahl der neuen Stellen für Kontrollen unzureichend ist, um eine wirkungsvolle Umsetzung zu garantieren. Zudem wird eine standardisierte, länderübergreifende Regelung für Hundeführerscheine gefordert.

Die Kosten für die Prüfungen des Hundeführerscheins werden auf etwa 80 bis 100 Euro geschätzt, während die Ausstellung der Bescheinigung rund zehn Euro kosten soll. Bei Anhörungen im Abgeordnetenhaus gab es viel Zustimmung für die Expertenmeinungen, jedoch auch deutliche Kritik an den bisherigen Regelungen im Hundegesetz.

Abschließend ist zu betonen, dass das zentrale Register zur Hundeanmeldung nicht nur der rechtlichen Ordnung dient, sondern auch die Grundlage für die Erhebung von Statistiken über die Gefährlichkeit bestimmter Rassen bildet. Schon ab dem 1. Januar 2024 gilt die Anmeldung eines Hundes im Register zudem als steuerliche An- und Abmeldung beim Finanzamt. In diesem Kontext wird die Wichtigkeit der neuen Regelungen und der Hundeführerscheinreform besonders klar, da sie nicht nur die Sicherheit fördern, sondern auch zu einer verantwortungsvolleren Hundehaltung in Berlin beitragen sollen.

Statistische Auswertung

Beste Referenz
rbb24.de
Weitere Infos
berliner-kurier.de
Mehr dazu
berlin.de

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