
Am 4. April 2025 eröffnet im K21 in Düsseldorf die mit Spannung erwartete Ausstellung „Angel of Carrience – Engel des Fürtragens“ der Künstlerinnenn Bracha Lichtenberg Ettinger, bekannt unter ihrem Künstlernamen BRACHA. Die Psychoanalytikerin und Künstlerin, deren Eltern den Holocaust überlebten, widmet sich in ihrer Arbeit intensiv den Themen Gewalt und Trauma, die ihre Familie geprägt haben. Ihre Kunst reflektiert die schweren Erfahrungen, die zahlreiche Überlebende gemacht haben, und thematisiert die Gewalt gegen Frauen und Kinder.
BRACHAs Name, der im Hebräischen so viel wie Lobpreis und Segen bedeutet, ist eine Hommage an ihre Großmutter, die in Auschwitz starb. Ihre Werke sind durchdrungen von einer emotionalen Tiefe, die sowohl die permanente Trauer als auch den unermüdlichen Überlebenswillen ihrer Vorfahren widerspiegelt. Mithilfe einer einzigartigen Technik, die Fotografien und Buchseiten in Verbindung mit halbfertigen Übermalungen vereint, schafft sie Bilder, die durch eine Farbpalette aus Rot, Orange, Blau, Violett, zartem Türkis und Weiß bestechen.
Die Themen der Ausstellung
In ihrer aktuellen Ausstellung fokussiert sich BRACHA auf Frauenfiguren. Die Titel ihrer Werke, wie Eurydice, Medusa und Pietà, laden den Betrachter ein, sich mit universellen Themen auseinanderzusetzen. Durch die Wahl dieses Aspekts möchte sie die Geschichten und Kämpfe von Frauen sichtbar machen, die oft im Schatten der Geschichte stehen. Das Skizzenbuch der Künstlerin ist voller Reflexionen über aktuelle politische Themen, einschließlich der Konflikte im Gaza-Streifen, was ihrer Arbeit zusätzliche Relevanz verleiht.
Die Ausstellung ist bis zum 31. August 2025 im K21 zu sehen. Ein zweisprachiger Katalog, der einen vertieften Einblick in BRACHAs Schaffen gibt, ist ebenfalls erhältlich. Dieser Katalog könnte nicht nur Kunstliebhaber, sondern auch Historiker und Sozialwissenschaftler ansprechen, da er die schmerzhafte Geschichte und deren Fortwirken in die Gegenwart verknüpft.
Historischer Kontext und Einflüsse
Die Formensprache und die Techniken von BRACHA tragen stark die Zeichen der Belastungen ihrer Vorfahren. Ihre Werke stehen in einer langen Tradition von Künstlern, die in Zeiten des Leidens und der Verfolgung Kunst geschaffen haben, um Zeugnis abzulegen. Diese Kunst entsteht unter extremen Bedingungen und oft heimlich, gefährdet das Leben der Schaffenden. In vielen Fällen diente sie als Protest gegen die Brutalität der Nazis und deren Kollaborateure, indem Künstler ihre Leiden dokumentierten und Momente der Menschlichkeit festhielten.
Beeinflusst von Künstlern wie Leo Haas, der erklärte, dass seine Kunst den Imperativ hatte, „Anklagepunkte zu sammeln“, positioniert sich BRACHA in diese Tradition. Ihre Arbeiten sind sowohl ein persönliches als auch ein kollektives Zeugnis für den Kampf gegen das Vergessen. Sie zeigt Gesichter und Geschichten, die sonst vielleicht nicht gehört oder gesehen werden, und trägt dazu bei, das Gedächtnis an die spezifischen Tragödien des Holocaust zu bewahren.
Zusammengefasst reflektiert die Ausstellung „Angel of Carrience“ nicht nur BRACHAs persönliche Geschichte, sondern auch die übergreifende Erzählung des Überlebenswillens und des künstlerischen Ausdrucks in extremer Not. Mit dieser einzigartigen Perspektive regt sie dazu an, über den Wert und die Würde eines jeden Lebens nachzudenken und die Stimme der Gewaltsamen in der Geschichte zu hören. Besuchen Sie die Ausstellung im K21 und erfahren Sie mehr über die beeindruckende Kunst von BRACHA.
Für weitere Informationen über die Ausstellung und die Künstlerin können Interessierte sich an die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen oder an Yad Vashem wenden.