
Im Jahr 1945 erlebte Berlin eine aufregende und chaotische Zeit, die im Dokumentarfilm „Berlin 1945 – Tagebuch einer Großstadt“ eindrucksvoll festgehalten wurde. Der Film, der von Volker Heise inszeniert wurde, wurde am 8. Mai 2020 veröffentlicht und zeigt das Lebensgefühl in Berlin während dieser kritischen Zeit zwischen Bombenangriffen, Kapitulation und dem Streben nach einem Neubeginn. Die Schauplätze sind geprägt von Ausnahmesituationen, einem Trümmerfeld und der Diktatur, die schließlich zur Niederlage des nationalsozialistischen Regimes führte und zur Befreiung von Millionen Menschen.
Das Werk verwendet zahlreiche Perspektiven, unter anderem von Deutschen, Alliierten, Zwangsarbeitern, Soldaten und Journalisten, um ein vielstimmiges und emotionales Mosaik dieser Epoche zu schaffen. Historisches Archivmaterial, Amateurfilme, Tagebucheinträge und Aufnahmen von Zeitzeugen werden kombiniert, um ein lebendiges Bild der damaligen Ereignisse zu zeichnen. Besonders bemerkenswert sind die Szenen, in denen die Rote Fahne über dem Reichstag gehisst wird, sowie die historische Potsdamer Konferenz, die in dieser Zeit stattfand.
Die Potsdamer Konferenz
Die Potsdamer Konferenz fand vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 im Schloss Cecilienhof statt. Dabei trafen sich die führenden Vertreter der Alliierten, darunter US-Präsident Harry S. Truman, der sowjetische Staatschef Josef Stalin und der britische Premierminister Winston Churchill, der später durch Clement Attlee ersetzt wurde. Die Konferenz war Teil einer Reihe von Meetings, die während und nach dem Zweiten Weltkrieg stattfanden, um die Nachkriegsordnung zu klären.
Unter dem Vorsitz von Präsident Truman, auf Vorschlag Stalins, wurden bis zum 28. Juli insgesamt 13 Sitzungen abgehalten. Das Abschlussprotokoll wurde am 2. August unterzeichnet, jedoch wurde es oft als „Potsdamer Abkommen“ bezeichnet, was völkerrechtlich nicht bindend war. In Potsdam wurden die in vorherigen Konferenzen, insbesondere in Jalta, gefassten Beschlüsse bekräftigt und die politischen Grundsätze für den Umgang mit dem besetzten Deutschland konkretisiert.
Die vier Ds und ihre Folgen
Eine zentrale Rolle bei der Potsdamer Konferenz spielten die sogenannten „Vier Ds“: Denazifizierung, Demilitarisierung, Dezentralisierung und Demokratisierung. Diese Prinzipien sorgten dafür, dass das nationalsozialistische Erbe nicht nur abgebaut, sondern auch in Zukunft ausgeschlossen werden sollte. Die Denazifizierung beinhaltete beispielsweise das Verbot der NSDAP und die Aufhebung aller nationalsozialistischen Gesetze.
Die Demilitarisierung zielte darauf ab, alle Streitkräfte und militärischen Organisationen aufzulösen und die Rüstungsindustrie abzubauen. Durch die Dezentralisierung sollte eine lokale Selbstverwaltung etabliert werden, gleichwohl war eine zentrale Regierung geplant. Die Demokratisierung schließlich gewährte den Bürgern grundlegende Freiheiten und die Bildung demokratischer Parteien.
Ein bedeutendes Ergebnis der Konferenz waren auch die Regelungen zu Reparationen und Grenzfragen. Während die Sowjetunion und Polen Ansprüche aus ihren Besatzungszonen erhielten, wurde keine feste Reparationssumme vereinbart. Die geographischen Änderungen umfassten unter anderem die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als Westgrenze Polens und die damit einhergehenden Vertreibungen deutscher Minderheiten aus Ostgebieten. Erst 1950 wurde diese Grenzlinie durch die DDR völkerrechtlich anerkannt, während die Bundesrepublik Deutschland erst im Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990 zustimmte.
Insgesamt vermittelt der Dokumentarfilm „Berlin 1945“ ein kraftvolles Bild einer Stadt, die sich im Wechselspiel von Krieg und Frieden wiederzufinden versucht. Seiner Aussagekraft verdankt der Film die Kombination von persönlichen Perspektiven mit historischen Ereignissen, die für die Nachkriegsordnung von grundlegender Bedeutung waren. Das veranschaulicht eindrücklich, wie tiefgreifend die Auswirkungen dieser Zeit bis in die Gegenwart reichen.
Für weitere Informationen über die historische Bedeutung der Potsdamer Konferenz besuchen Sie die Quellen von Spiegel und bpb. Zusätzlich gibt der Film selbst unter ARD Mediathek weitere Einblicke zur Thematik.